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C h r o n i k  der Turnabteilung von 1946 bis 1972

   

Hinsichtlich der Vereinsgründung und der Sportaktivitäten der Turner von 1921 bis 1945 darf auf die Chronik des TSV Bernau 1921 e.V. verwiesen werden.

Nach dem Krieg formierten sich als erstes einige Schifahrer, überwiegend Mitglieder des alten Klub TV Bernau und gründeten in dessen Fortführung 1946 den Schiclub – „SC Bernau“ mit ihrem Vorsitzender Dr. Walter Deinlein. Auf Initiative des damaligen Besitzers der ehem. Bahnhofsgaststätte Sepp Kirchberger wurde auch sogleich eine Fußballmannschaft zusammengestellt.

Nachdem es jedoch (lt. einem damaligen Protokoll) bereits nach kurzer Zeit „mit dem Schiclub Bernau Differenzen gegeben“ hat, machten sich die Fußballer selbständig und gründeten im August 1946  einen eigenen Verein, den ASV Bernau, dessen Leitung Sepp Kirchberger übernahm.

Im Jahre 1949 brachen beim ASV Bernau Unstimmigkeiten zwischen Spielern und der Vorstandschaft aus, die unter Sepp Huber zur Gründung eines weiteren Fußballvereins, den FC Bernau, führte. 

In  der folgenden Jahreshauptversammlung ( 1949 ) einigten sich schließlich die Fußballer des ASV Bernau und des FC Bernau dahingehend, dass diese beiden Vereine ( – ausgenommen der SC Bernau - ) aufgelöst  und   a l l e   Bernauer Sportler Mitglieder unter dem TSV  Bernau 1921 e.V.  werden. Erster Vorstand dieses Gesamtvereins war Sepp Huber; Zweiter Vorstand war Manfred Kiy.

 

Bei der Versammlung des neu gegründeten TSV Bernau im Jahre 1949 formierte sich neben den Fußballern nunmehr auch wieder eine Turnabteilung.

Am 01. Oktober 1949 wurde durch Johanna Schumacher wieder eine weibliche und 1950 durch Engelbert Haumeier eine männliche Turngruppe ins Leben gerufen.  Die Übungsstunden wurden insbesondere im Saal des Gasthofs „Kampenwand“ abgehalten. Trotz fehlender Turn- und Handgeräte machte allen Mitgliedern das Turnen Spaß, so daß im Laufe der Zeit die Anzahl der Turnbegeisterten immer mehr zunahm. Leider währte die Freude des Turnens nur kurz, da die Benutzung des Kampenwand-Saales wieder zurückgenommen wurde. Hanna Schumacher gab aufgrund der schwierigen Arbeitsbedingungen ihr Traineramt auf. Die Frauenturnriege wäre nun ohne Trainerin dagestanden, hätte sich nicht Helene Semle als neue Übungsleiterin zur Verfügung gestellt. Sie steckte nie auf und trainierte mit den Turngruppen bei gutem Wetter auf dem TSV-Sportplatz und bei ungünstigen Wetterbedingungen teils im Treppen- haus ( ! )  der alten Volksschule (dem jetzigen "Haus des Gastes") oder mit der Damenriege in Partykellern von Turnmitgliedern ! Erst 1952 durfte der Saal des Gasthofs Kampenwand gegen eine Gebühr von 10,-- DM wieder benutzt werden.

Das erste Großereignis stellte sich 1960 ein, als der TSV Bernau das 2. Gaukinderturnfest des Turngaues Traunstein mit über 500 Kindern übernommen hat. 

              

Unsere Fahnenmutter (??? s. 60 J. TSV-Heft !!??)  Helene Semle war es dann erneut, die vor jeder Turnstunde den Kampenwand-Saal ausräumte, die Öfen im anheizte und die damals noch sehr einfachen Turngeräte aufbaute. Aber es machte allen riesigen Spaß.

                       

                                   Weihnachtsturnen am 18. Dezember 1966

(v.li. Fischer-Melzer Gretl; Höhensteiger Roswitha; Seeger-Mittermaier Petra; Eckl Lisbeth;
       Ott-Kotzbauer Christa; Steiger Angelika; Höhensteiger-Weingartner Birgit;  Schnaiter-Weber
       Lisbeth; Hartl Martina  ( ???? -wer kennt die Turnerin mit dem weißen Stirnband !?)  und 
       Übungsleiterin  S e m l e )

 Aufgrund der anhaltenden Sportbegeisterung und des 40-jährigen Bestehens erwarb die Gemeinde unter seinem Bürgermeister Dr. Hugo Decker im Jahre 1961 den Sportplatz an der Widholzerstraße und stellte ihn dem TSV Bernau zur Verfügung. 1964 konnte nun endlich der langersehnte Wunsch, ein eigenes TSV - Sportheim zu erstellen, verwirklicht werden. Die Fußballer bauten auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Dr. Erich Holper in Eigenleistung ein Vereinsheim an der Widholzerstraße.

Es folgte ein jahrelanger Aufschwung bei den Turnern und immer mehr Mitgliedern kämpften von nun an vehement um eine eigene Sporthalle. Ab 1965 konnte dann endlich mit der Fertigstellung des Gymnastikraums der Grundschule Bernau wieder ein regelmäßiger Turnbetrieb stattfinden.

Im Jahr 1974 verstarb Dr. Erich Holper nach 22-jähriger Tätigkeit als Vereinsvorstand und gleichzeitiger Vorsitzender der Turnabteilung.                                                                     

                                                    

Dr. Ludwig Hinterberger übernahm bei der folgenden außerordentlichen Versammlung am 25. April 1974 das Amt des ersten Vorsitzenden des TSV Bernau.

 

 

Rückblick zu früheren Finanzsituationen:

Zur Gründung des Vereins spendete der bekannte Künstler Rudolf Stratz 100 DM. Bald berichtet das Kassenbuch infolge der damaligen Inflation jedoch von Einnahmen und Ausgaben in Riesenbeträgen. 1922 erbrachte der Turnerball einen Reingewinn von 63.000 Mark. Ein tschechischer Turnbruder stiftete 100.000 DM. Ein Vereinsabzeichen kostete am 14. August 1923 bereits 20.000 Mark. Der Kassenbestand wies durch die rasant steigende Inflation bis zu 970 Milliarden Mark auf. Am 1. Januar 1924 war der Spuk der Inflation vorbei – der Kassenbestand hat nur mehr 97 Mark betragen.

Um die Vereinskasse etwas aufzustocken, veranstaltete der Verein ein Ski- und Rodelrennen, das einen Überschuß von 17,56 Reichsmark erbrachte. Man war stolz auf das Guthaben von über 100,-- Reichsmark – und das war viel, wenn man bedenkt, dass ein Monatsbeitrag für Erwachsene bei 1,50 Mark lag.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation der damaligen Zeit ermöglichten Mitgliederbeiträge und Spenden der Bernauer Bürger die Anschaffung einer Vereinsfahne, die 1924 bei der Fa. Auer in München in Auftrag gegeben wurde. Für die Fahne mussten 243 Mark bezahlt werden. Fahnenmutter ?

Aufgrund der Kosten für die Fahne und laufender Anschaffungen für Sportgeräte bemühte sich der TV Bernau durch Veranstaltungen Geld zu beschaffen. Es erfolgten bunte Abende, die sog. Schmarrn-Kirta, Christbaum-Versteigerungen, Weihnachtsfeiern, An- oder Abturnen, Faschingsveranstaltungen, ein Sonntag auf der Alm mit Tanz oder eine Italienische Nacht, die wieder Geld in das Vereinssäckel brachten.

   

Die Jahre 1946 bis 1972:

.... und wie ging es nach dem Krieg weiter ?

Nach dem Krieg formierten sich als erstes einige Schifahrer, überwiegend Mitglieder des alten Klub TV Bernau und gründeten in dessen Fortführung 1946 den Schiclub – „SC Bernau“ mit ihrem Vorsitzender Dr. Walter Deinlein. Auf Initiative des damaligen Besitzers der ehem. Bahnhofsgaststätte Sepp Kirchberger wurde auch sogleich eine Fußballmannschaft zusammengestellt.

Nachdem es jedoch (lt. einem damaligen Protokoll) bereits nach kurzer Zeit „mit dem Schiclub Bernau Differenzen gegeben“ hat, machten sich die Fußballer selbständig und gründeten im August 1946  einen eigenen Verein, den ASV Bernau. Die Gründungsver- sammlung fand in der Bahnhofsgaststätte statt, die Leitung des Vereins übernahm Sepp Kirchberger.

Da der Verein noch keinen Fußballplatz hatte und bereits im Herbst 1946 an der Verbandsrunde teilnehmen wollte, wurden eilends Verhandlungen mit der Familie Fenzl aufgenommen und ein langfristigen Pachtvertrag für das Grundstück an der Kastanienallee abgeschlossen. 

Im Jahre 1949 brachen beim ASV Bernau Unstimmigkeiten zwischen Spielern und der Vorstandschaft aus, die zur Gründung eines weiteren Fußballvereins, dem FC Bernau führten. Ihr Spielfeld befand sich beim Landwirt Guggemoos. Als Vorstand dieses Vereins wurde Sepp Huber gewählt.

Aufgrund dieser Streitigkeiten griff nunmehr der Bayerische Fußballverband dahingehend regulierend ein, dass er die Spielerpässe vorläufig nicht auf die gewünschten Ortsvereine umschrieb und auf eine gemeinsame Unterredung aller Vereine drängte.  

  In  der folgenden Jahreshauptversammlung ( 1949 ) einigten sich schließlich die Fußballer des ASV Bernau und des FC Bernau dahingehend, dass diese beiden Vereine ( – ausgenommen der SC Bernau - ) aufgelöst und alle Bernauer Sportler Mitglieder unter dem TSV  Bernau 1921 e.V.  werden. Erster Vorstand dieses Gesamtvereins war Sepp Huber; Zweiter Vorstand war Manfred Kiy.

Im TSV Bernau bildete sich nunmehr aus den Mitgliedern eine Turnabteilung, die ihre Übungsstunden insbesondere im Saal des Gasthofs „Kampenwand“ abhielt, und  eine Fußballbteilung, die auf dem ursprünglich vom ASV Bernau gepachtete Sportplatz an der Kastanienallee trainierte.

Nachdem im Jahre 1952 die beiden Vorstände des TSV Bernau, Sepp Huber und Herr Kiy überraschend nach München übersiedelten, war der Verein einige Monate ohne Vorstandschaft ! In einer eilends anberaumte Versammlung wurden Neuwahlen durchgeführt,  aus  der Dr. Erich Holper als neuer Vorstand des TSV Bernau 1921 e.V. hervorging, das er bis zu seinem Tod 1974 ausübte. 

Im Jahr 1961 zählte der Verein bereits 160 Mitglieder. Der TSV Bernau feierte sein 40-jähriges Jubiläum. Im Rahmen der anhaltenden Sportbegeisterung erwarb die Gemeinde unter Bürgermeister Dr. Decker von Frau Fenzl den Fußballplatz an der Widholzerstraße und stellte ihn dem TSV Bernau zur Verfügung.

1964 konnte nun endlich der langersehnte Wunsch der Fußballer, ein  TSV-Sportheim an der Widholzerstraße zu erstellen, verwirklicht werden.

Aber auch die Turner erlebten einen großen Aufschwung. Im Gymnastikraum der neu erbauten Schule fand ab 1965 endlich wieder ein regelmäßiger Turnbertrieb statt.

 

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